Dienstag, 26. September 2017

Silverrudder - Einhandregatta rund Fünen



Einhandregatta nonstop rund um Fünen mit Start und Ziel in Svendborg, 134 sm ohne Kreuz. Gilt als weltgrößte Einhandregatta. Gemeldet hatten insgesamt 425 Schiffe in insgesamt sieben Klassen. In meiner Klasse, Keelboats Medium hatten 113 Teilnehmer gemeldet.
Meine Start-Nr. 

Da bei der knapp bemessenen Startlinie im ohnehin engen Svendborgsund so viele Boote nicht gleichzeitig starten können, wurde die Klasse in zwei Gruppen gestartet. Start für meine Gruppe war um 12.00 Uhr. Bei dem ausgesprochen schwachen Wind reine Nervensache. Um 12.00 Uhr war ich noch etwa 0,3 sm von der Startlinie entfernt. Mal gab es einen Hauch, mal auch nicht. Dazu gab es einen Gegenstrom mit 1,5 - 2 kn. Folge war, dass viele Teilnehmer ankern mussten, um vom Strom nicht zurückgetrieben zu werden. Ich habe glaube ich 5 mal geankert. Immer, wenn die Ankerleine nach achtern zeigte, wieder Anker hoch, aber nur, um ihn eine Minute später im nächsten Flautenloch wieder fallen zu lassen. Es war bestimmt schon 13.00 Uhr durch, als ich endlich die Startlinie passiert hatte und ich fand mich in der Gruppe der Keelboats large und Keelboats extra large wieder!
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Start mi achterlichem Wind - hier steht der Blister wenigstens!


David gegen  Goliath - ich finde mich in der Startgruppe der Keelboats extra large wieder
Langsam schleichen wir uns Richtung Svendborgsundbrücke, mal stehen wir, mal geht es langsam vorwärts. Zu allem Überfluss naht die Äröfähre auch noch von achtern und muss sich ihren Weg durch das Regattafeld bahnen.



Motivatie im Pulk unter der Svendborgsundbrücke

Die ersten 15 sm war Segeln im Stehen angesagt, immer mindestens ein Schiff auf Armlänge entfernt. Nur bloss keine Karambolage, und immer noch aufpassen, dass Fahrt im Schiff bleibt und man nicht allzu arg abgedeckt wird. Für die ersten 20 sm habe ich knapp 10 Stunden gebraucht. Hinter Helnaes ging es dann Richtung Norden und man konnte etwas anluven. Die kritische Durchfahrt bei Middelfart und Fredericia fvoand dann im  Morgengrauen statt. Wind gab es immer nur in homöopathischen Dosen. Irgendwie habe ich es geschafft, recht gut an Fredericia vorbei zu kommen. Dafür gab es dann von 12 bis 15.30 Uhr Flaute. Man war schon froh, wenn man überhaupt etwas Fahrt in die richtige Richtung machte. Irgendwann kam dann Wind auf - aus Nordost. Hoch am Wind lief es dann recht gut, Äbelö wurde passiert, danach leichtes Abfallen auf Fynshoved. Inzwischen war es wieder dunkel, die zweite Nacht nahte. Auf dem Tracker sah man immer wieder Boote, die aufgaben und zurückfuhren bzw. den nächsten Hafen ansteuerten. Durchhalten! Du schaffst das! Nach der Rundung von Fynshoved geht erst mal wieder der Blister hoch, wiederum als Spinnaker geschotet. Es ist pechschwarze Nacht, bedeckter Himmel, keine Sterne zu sehen. Ich freue mich über 6 kn Fahrt, immer voll in das schwarze Loch vor mir. Positionslaternen von anderen Mitseglern tauchen auf und verschwinden wieder. Es ist schon ein bisschen unheimlich. Für die Passage der Insel Romsö, die ich überhaupt nicht zu sehen bekomme, und die Durchfahrt der Große Belt-Brücke geht der Blister runter. Danach bei achterlichem Wind Fahrt ohne Blister 3 kn. Also Blister wieder hoch. 
Die zweite Nacht war schon herausfordernd. Ich sah kuriose Fischerboote, denen ich meinte, ausweichen zu müssen. Waren wahrscheinlich aber nur Mitsegler. Aber das hat das Gehirn nicht mehr aufgenommen.
Gegen 6 Uhr ging es dann um die Tonne Thurö Rev Richtung  Svendborsund. Die ersten beiden Schleifen gingen ganz gut, dafür hatte die nächste es bei gut 2,5 kn Gegenstrom in sich. Gefühlt 5 Anläufe, 2 x  Ankern und 1 x 300 m in 2 Minuten Drift rückwärts kam dann endlich der ersehnte Wind, der mich durch die Enge trug. 1 1/4 Stunde für 1 (in Worten: eine!) Seemeile. Der Rest war vergleichweise einfach. Möglichst immer die Innenseite nehmen, Wellenbrecher und Hafeneinfahrt von Svendborg Lystbadehavn als Abweiser vom Strom und dann endlich das erlösende "Tut" vom Zieldurchgang!

Gleich ist es geschafft!

Alle drei Ziele erreicht:
1. Durchhalten und Finishen innerhalb des Zeitlimits
2. nicht letzter werden
3. die andere Winner hinter mir lassen

Aus Keelboats medium mit 133 gemeldeten Booten haben es nur 42 ins Ziel geschafft. Meine Platzierung: 36, also noch 6 hinter mir. Die andere Winner hatte leider aufgegeben.

Insgesamt haben von 425 gemeldeten Schiffen nur 130 finishen können!



Link zur Ergebnisliste: http://www.silverrudder.com/?Result-List

Die beiden Artikel in der Yacht sind auch ganz nett!

http://www.yacht.de/regatta/news/die-entdeckung-der-langsamkeit-nur-130-solisten-kamen-durch/a114043.html

http://www.yacht.de/regatta/news/zeitlupensegeln-im-silverrudder/a114041.html


Weitere schöne Bilder von der Startphase;


Start der Keelboats mini mit den Seascpapes


Im Vordergrund Winner "Slow Motion", im Hintergrund "Motivatie"


Start der Keelboats large aus meiner Position



Dienstag, 29. August 2017

Bildernachlese





Regen und Wind gegenan - Wir weichen aus nach Borstö
Landgang auf Borstö - eine Schäre im Archipel westlich von Hanko

Ein langer Steg als Nothafen auf Borstö - immerhin gut besucht

Nächste Insel: Kökar im Aland-Archipel

Nach der Kreuz über den Binnensee Lumparn in den Alands gilt es noch die Drehbrücke im Lemland-Kanal zu passiseren, bevor wir nach Mariehamn einlaufen können
Einer der legendären Flying P-Liner, die Pommern - z. Zt. wegen Restaurationsarbeiten leider nicht zu besichtigen
Ein weiteres, ebenso bekanntes Schiff liegt gerade im Hafen von Mariehamn: 
die Krupp-Yacht Germania VI








Nach der Überfahrt von den Alands an die schwedische Ostküste landen wir mal wieder in "unserer" Ankerbucht Arholma


Ganz so einsam ist es hier aber doch nicht



Am Felsen von Rödlöga - eine tolle Insel im Schärengarten. Wenn der Wind nicht so aufgebrist hätte, wären wir glatt wieder weitergefahren. Gut, dass es Hackwetter gab!




"Café Truten" auf Rödlöga


Segelboot bei der Kanaldurchfahrt - spannende Geschichte bei Hackwetter von draußen


....und hier kommen gleich die Kinder aus Bullerbü


Blick von Grinda auf die Schärenwelt



vorbei geht es an Dalarö, aber wir wollen nach Nynäshamn


Leuchtturm Landsort - ältester schwedischer Leuchtturm


Einer der hunderte von Leuchttürmen - hier ein besonders schönes Exemplar


Enge Durchfahrt bei Västervik


Größte Mühle von Öland in Sandvik


Schnuckelige Häuschen auf Hanö


Nach diesiger Fahrt von Ystad taucht Möns Klint erst auf, als wir nur noch 2 sm entfernt sind


Bald sind wir zuhause!


Flaggenparade zur Ankunft in Grauhöft!


Nach 83 Tagen und insgesamt 1.927 gesegelten Seemeilen, 6 besuchten Ländern, 45 unterschiedlichen Häfen (davon 8 Ankerbuchten bzw. Festmachen am Fels) sind wir wieder im Heimathafen Grauhöft in Kappeln angekommen. Jetzt ist erst mal wieder Eingewöhnung an das Landleben, wo es immer so fürchterlich schwankt und schaukelt, angesagt! 

Mittwoch, 23. August 2017

In Kappeln angekommen!

Von Nyborg sollte es eigentlich in einem Rutsch bis Kappeln gehen. Kein Spaziergang bei 65 sm am Stück, aber solche Strecken hatten wir ja schon häufiger. Es kam dann aber doch wieder mal anders.
Bis zum Eingang in den Svendborgsund hatten wir perfektes Segeln: Backstagsbrise, die uns immer 6,5 kn und mehr bescherte. Statt über Marstal wolltenwir durch den Svendborgsund, weil bei dem WNW der Schlag von Marstal nach Schleimünde recht mühsam geworden wäre. Also wollten wir zwischen Drejö und Avernakö auf die Nordspitze von Ärö und von dort aus in Lee von Alsen über die Flensburger  Förde nach Schleimünde.
Bis Rantzausminde hinter Svendborgsund lief auch alles nach Plan. Obwohl Wind von vorn, hatten wir die Strömung mit uns. Hinter Rantzausminde erwischten uns immer stärkere Böen frontal von vorn bei gleichzeitig zunehmender Welle. Als die Fahrt dann auf 1,5 Knoten abfällt, drehen wir kurzerhand um und laufen vor dem Wind mit kleiner Fock mit immerhin noch 6 kn zurück nach Svendborg.
Am nächsten Morgen nach dem zeitigen Frühstück geht es dann wieder los. Wind ist wieder WNW, aber deutlich weniger als am Vortag. Dafür haben wir jetzt allerdings auch Gegenstrom. 
Zwischen Dreijö und Avernakö durch das enge Fahrwasser, dann ein Hochamwindkurs, der uns an der Nordspitze von Ärö vorbei führt, und danach Schrick in die Schoten Richting Kegnäs und Schleimünde. 
Der Rest ist wieder motoren, denn die Fahrrinne ist zum Kreuzen einfach viel zu eng.
Am Ende haben wir 41 sm auf dem Sumlog und damit exakt 1.900 sm, als wir nach 83 Tagen wieder in Kappeln ankommen!

Montag, 21. August 2017

Morgen kommt die letzte Etappe

Statt am Samstag sind wir erst am Sonntag von Omö nach Nyborg gesegelt, ein Anliegerkurs mit einem kurzen Holeschlag vor der Bucht von Nyborg bei gut 5 Windstärken und kräftigen Böen. Wirhaben uns dann mit einem leckeren Burger im Restaurant Apostrof direkt am Österhaven belohnt.
Heute gab es dann anfangs Nordwestwind, den wir eigentlich für die Heimreise bis Kappeln-Grauhöft nutzen wollten. Im Svendborgsund drehte der Wind dann allerdings auf West. Die Svendborgsundbrücke ließ sich unter Motor noch gut passieren, aber hinter dem Hafen von Rantzausminde legte der Wind noch mal gut zu - geschätzt 7 Bf - und die Welle stoppte unsere Fahrt immer wieder bis auf weniger als 2 kn. Nachdem wir das eine Weile über uns ergehen ließen, haben wir um 180 Grad gedreht und sind unter kleiner Fock vor dem Wind - dann allerdings gegen Strom - nach Svendborg zurückgesegelt.
Für morgen ist wieder Nordwest angesagt, allerdings etwas weniger, so dass es dann morgen wohl bis zum Heimathafen zurückgeht. Wir sind gespannt, ob sich nicht doch noch irgendein Hindernis auftut, aber wir sind positiv gestimmt.
Grauhöft, wir kommen!

Freitag, 18. August 2017

Inzwischen wieder in Dänemark angekommen

Von Sandvik auf Öland sind wir mit einem Zwischenstopp zum Tanken in Kalmar bis Kristianopel durchgesegelt, teilweise mit Motorunterstützung.
Am nächsten Tag ging es dann weiter, ebenfalls wegen des anfangs schwachen Windes mit Hilfe des Yanmar-Windes mit einem Schlenker durch das Schärenfahrwasser vor Karlskrona zur Insel Hanö, die der Bucht ihren Namen gab. Ab Karlskrona hatte der Wind aufgefrischt und wir konnten bis Hanö segeln, teilweise mit über 7 kn!
Hanö ist eine schnuckelige Insel, deren Hafen zu unserer Überraschung voller Segelboote lag. Die meisten davon Deutsche, die wie wir zumeist auf der Rückfahrt in den Heimathafen waren. Da wir nicht ins Päckchen gehen wollten, blieb nur  einer der letzten Plätze an der Mole mit Nutzung des Heckankers über. Funktionierte aber auf Anhieb perfekt, ohne unseren Anker über den des Nachbarn zu legen.
Großes Lob für die Hafenmeisterin: super gepflegte Duschen und Toiletten, sogar mit Blümchen und Raumparfum! Das hatten wir noch nie!
Am nächsten Morgen ging es gleich weiter. Mit schönem Westnordwestwind konnten wir wunderbar die zweite Hälfte der Hanöbucht überqueren, entlang Simrishamn und Skillinge.  An der Ecke ging es dann auf eine Kreuz, wobei wir insofern Glück hatten, als wir nach einem ersten langen Schlag auf Backbordbug nach der Wende von einem Winddreher profitieren konnten und die Hafenmole von Ystad fast anliegen konnten.
Auch am nächsten Tag sollte es wieder ein langer Schlag werden: Hesnäs auf Falster! Nach einem Frühstück unter Motorfahrt konnten wir Segel setzen und sogar für eine Stunde mal den Blister setzen, der uns mit einer Fahrt von knapp 7 kn belohnte. Danach drehte der Wind weiter südlich und wir tauschten den Blister gegen die Fock, allerdings ohne nennenswerten Geschwindigkeitsverlust. Nachdem wir Trelleborg passiert hatten, trübte es sich leider ein und es wird so diesig, das wir Möns Klint, das normalerweise weit sichtbar ist, erst knapp 3 Seemeilen vorher schemenhaft erkennen konnten. Die Verlockung, Klintholm anzulaufen, war zwar groß, aber wir wollten in Anbetracht des für den nächsten Tag vorhergesagten Südwestwindes auf jeden Fall bis Hesnäs weiterfahren. Nach nochmals gut 17 Meilen liefen wir in den kleinen Hafen von Hesnäs ein - 70 sm hatten wir geschafft. Leider fing es beim Anlegen an zu regnen - der erste Regen seit knapp drei Wochen!
Heute, d.h. Freitag, 18. August, haben wir dann das Fahrwasser des Storström und Grönsundes sowie das Smalands Fahrwasser hinter uns gebracht und sind nach wiederum 50 sm auf der kleinen Insel Omö angekommen. 305 sm in 5 Tagen - das ruft nach einer Pause, die wir uns spätestens am Sonntag in Nyborg gönnen werden, zumal für morgen ab Mittag und Sonntag gute 6 Windstärken aus Südwest angesagt sind.
Nyborg bietet sich als Ausgangshafen insofern an, als für Montag Nordwestwind mit 4-5 Beaufort angesagt sind, den wir dann für die letzten ca. 60 sm zum Heimathafen Grauhöft in Kappeln nutzen wollen.

Sonntag, 13. August 2017

Von Byxelkrok nach Sandvik

Samstag, 12. August 2017

Mühle von Sandvik - angabegemäß höchste Mühle Skandinaviens 
Wir lassen uns Zeit mit dem Frühstück, gehen nach dem Duschen erst mal im nahe gelegenen ICA einkaufen und stellen dann fest, dass der Wind tatsächlich wie angekündigt auf NE gedreht hat, allerdings recht schwach. Wir sind noch keine halbe Stunde unterwegs, da hat er aber auch schon wieder auf SW zurückgedreht. Also wieder gegenan. Die kleine Arbeitsfock reicht aber nicht für einen ausreichenden Antrieb, also wird die High Aspect Fock gesetzt, was mit dem ganzen Wechselprozess doch eine Weile dauert. Dafür geht es jetzt aber auch ein wenig zügiger voran. Auf Steuerbordbug können wir jetzt Blå Jungfrun an Steuerbord liegen lassen. Hat der Wind also doch noch weiter auf Süd gedreht und dabei auch weiter zugelegt. Wenig später kommt ein Reff ins Groß. Die anfangs noch kaum spürbare Welle hat sich inzwischen auch kräftig aufgebaut und ab und zu gibt es mal eine Dusche. Als Blå Jungfrun schon gut achteraus liegt, beschließen wir zu wenden und laufen in spitzem Winkel auf die Küste von Öland zu. Wind und Welle haben weiter zugelegt. Weder Borgholm, geschweige denn Kalmar sind für uns erreichbare Ziele. Unsere Höhe reicht allerdings perfekt für Sandvik, dessen Hafeneinfahrt zwar nach Westen hin geöffnet ist, aber in der Not frisst bekanntlich selbst der Teufel fliegen. Auf Höhe der Hafeneinfahrt bergen wir die Segel, laufen erst mal in den Hafen ein und schlagen Leinen und Fender im relative ruhigen Wasser an. Das Anlegemanöver ist ein wenig tricky, weil der Wind genau quer auf die Backbordseite steht. Also Heckboje von Lee anfahren, mit dem Bug soweit möglich nach Luv, wo schon ein hilfreicher Segler auf unsere Vorleinen wartet. Hat perfekt funktioniert! Und der in die Hafeneinfahrt stehende Schwell läuft an uns vorbei, so dass wir vergleichsweise ruhig liegen.
Später kommt noch eine niederländische Breehorn 37 in den Hafen, die wir vorgestern schon auf der Höhe von Västervik gesehen hatten.

Sonntag, 13. August 2017


Der Wind ist auf West rum, bläst aber unverändert mit 6 Windstärken und die See draußen ist mit ganz vielen Bäckermützen versehen. Also Hafentag und hoffen, dass es am Montag weitergehen kann. 


Samstag, 12. August 2017

Bilder Helsinki - Teil 1

Jetzt wird's eng!
Dom in Helsinki - außen imposant, innen eher nüchtern

Uspenski Kathedrale - größte orthodoxe Kathedrale Nordeuropas